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Quintenzirkel

Zwölf Tonarten auf einem Kreis, geordnet nach Verwandtschaft. Aus dieser einen Grafik lassen sich Vorzeichen, Paralleltonarten, die Akkorde einer Tonart, Tonleitern, Akkordfolgen, Intervalle und Modi ablesen. Tippe auf eine Tonart und wechsle die Ansicht.

Was man ablesen kann

Zwölf Dinge, die im Kreis stecken

Jeder Abschnitt hat einen Knopf, der den Zirkel oben in die passende Ansicht schaltet.

Der Aufbau: Quinten im Uhrzeigersinn

Von C aus geht jeder Schritt im Uhrzeigersinn eine reine Quinte (7 Halbtöne) nach oben: C, G, D, A, E, H … Gegen den Uhrzeigersinn geht es eine Quinte nach unten, was dasselbe ist wie eine Quarte nach oben: C, F, B, Es …

Nach zwölf Schritten landest du wieder bei C und hast dabei jeden der zwölf Töne genau einmal getroffen. Das klappt, weil 7 und 12 keinen gemeinsamen Teiler haben. Mit großen Terzen (4 Halbtöne) etwa wärst du schon nach drei Schritten zurück.

Vorzeichen zählen

Jeder Schritt im Uhrzeigersinn bringt ein ♯ dazu, jeder Schritt dagegen ein ♭. C-Dur hat keine Vorzeichen, G-Dur eins, D-Dur zwei und so weiter. Die Zahlen am Rand zeigen es.

Auch die Reihenfolge steht im Kreis: Die Kreuze kommen in der Folge F, C, G, D, A, E, H dazu, also im Uhrzeigersinn ab F gelesen. Die B-Vorzeichen kommen in umgekehrter Folge: B, Es, As, Des, Ges, Ces, Fes.

Zwei Tricks: Das letzte Kreuz liegt einen Halbton unter dem Grundton (A-Dur: letztes Kreuz Gis → A). Das vorletzte B ist der Grundton (As-Dur: B, Es, As, Des). Nur F-Dur mit seinem einzelnen B musst du auswendig wissen.

Paralleltonart und Varianttonart

Der innere Ring zeigt die Paralleltonart in Moll: gleiche Vorzeichen, gleiche Töne, aber der Grundton liegt eine kleine Terz tiefer. C-Dur und a-Moll teilen sich alle sieben Töne, nur das Zentrum ist ein anderes.

Die Varianttonart hat denselben Grundton, aber das andere Tongeschlecht (C-Dur ↔ c-Moll). Sie liegt drei Schritte gegen den Uhrzeigersinn: Moll hat immer drei ♭ mehr (oder drei ♯ weniger) als Dur auf demselben Grundton. Darum hat c-Moll drei ♭ und e-Moll ein ♯ statt vier.

Die sieben Akkorde einer Tonart

Das ist der nützlichste Blick für Gitarristen. Nimm eine Tonart und ihre beiden Nachbarn. Außen stehen die drei Dur-Akkorde der Tonart (IV, I, V), darunter im inneren Ring ihre drei Moll-Parallelen (ii, vi, iii). Der siebte, verminderte Akkord (vii°) liegt im innersten Ring unter der Tonika.

Ein Lied in G-Dur besteht also fast nur aus C, G, D, Am, Em und Hm, die alle auf einem Fleck liegen. Die drei Hauptstufen Tonika, Subdominante und Dominante sind direkte Nachbarn. Darum funktionieren Blues und unzählige Drei-Akkord-Songs.

Tonleitern als Bogen

Sieben benachbarte Positionen ergeben eine Dur-Tonleiter. F, C, G, D, A, E, H sind genau die Töne von C-Dur; die Tonika ist die zweite Position im Bogen. Fünf benachbarte Positionen (C, G, D, A, E) ergeben die Pentatonik. Sie ist also nichts anderes als „fünf Quinten am Stück“.

Die fünf übrigen Töne gegenüber (Fis, Cis, Gis, Dis, Ais) sind die schwarzen Tasten des Klaviers, und sie bilden wieder eine Pentatonik.

Verwandtschaft und Modulation

Geht der Bogen einen Schritt weiter, fällt ein Ton heraus und ein neuer kommt dazu: Von C nach G wird aus F ein Fis, alles andere bleibt. Nachbartonarten unterscheiden sich deshalb nur in einem Ton und lassen sich fließend ineinander überführen.

AbstandBeispiel ab Cverschiedene Töne
1 SchrittG, F1
2 SchritteD, B2
3 SchritteA, Es3
4 SchritteE, As4
5–6 SchritteH, Des, Fis5

Eine Modulation in eine weit entfernte Tonart klingt dramatisch, eine zur Nachbartonart kaum merklich.

Quintfall: wohin Akkorde wollen

Ein Dominantseptakkord löst sich eine Quinte abwärts auf: G7 → C. Im Zirkel ist das ein Schritt gegen den Uhrzeigersinn. Fast jede starke Akkordverbindung im Jazz und Pop bewegt sich so:

  • II–V–I: Dm7 → G7 → Cmaj7, zwei Schritte gegen den Uhrzeigersinn.
  • Zwischendominanten: E7 → A7 → D7 → G7 → C. Jeder Akkord ist Dominante des nächsten.
  • Diatonische Quintfallsequenz: I – IV – vii° – iii – vi – ii – V – I. Sie wandert einmal ganz herum.

Bei der Sequenz springt die Kette genau einmal quer über den Kreis (von IV nach vii°, in C von F nach H), weil die Tonart nur sieben Töne hat. Die Moll-Variante dieser Folge trägt Stücke wie „Autumn Leaves“ und „I Will Survive“.

Intervalle ablesen

Die Zahl der Schritte zwischen zwei Positionen sagt, welches Intervall sie bilden:

Schritteim Uhrzeigersinn (aufwärts)dagegen (aufwärts)
1QuinteQuarte
2große Sekundekleine Septime
3große Sextekleine Terz
4große Terzkleine Sexte
5große Septimekleine Sekunde
6Tritonus (gegenüber)

Grob gilt: Je näher, desto konsonanter. Der Halbton, auf der Klaviatur der kleinste Abstand, liegt im Zirkel fünf Schritte entfernt. Der Kreis ordnet nach Klangverwandtschaft, nicht nach Tonhöhe.

Tritonus und Tritonus-Substitution

Gegenüberliegende Positionen sind einen Tritonus voneinander entfernt, so weit wie möglich. Trotzdem sind G7 und Des7 eng verbunden: Terz und Septime von G7 (H und F) sind dieselben Töne wie Septime und Terz von Des7 (Ces und F). Darum kann Des7 den G7 ersetzen: Des7 → C, der Bass rutscht chromatisch abwärts.

Die Ersatzdominante liegt also immer genau gegenüber. Mehr zu Terz und Septime als Guide Tones steht auf der Seite Weglassen.

Enharmonik: wo sich die Seiten treffen

Unten stoßen Kreuz- und B-Seite zusammen. H-Dur (5♯) klingt wie Ces-Dur (7♭), Fis-Dur (6♯) wie Ges-Dur (6♭), Des-Dur (5♭) wie Cis-Dur (7♯). Gleicher Klang, andere Schreibweise. Deshalb gibt es 15 Vorzeichnungen für nur 12 Tonarten.

In der Praxis nimmt man die Schreibweise mit weniger Vorzeichen. Bei Fis/Ges ist es Geschmack; Gitarristen bevorzugen oft Fis, Bläser Ges. Tippe im Zirkel zweimal auf eine dieser Tonarten, um zwischen den Schreibweisen zu wechseln.

Kirchentonarten (Modi)

Jeder Modus ist eine Dur-Tonleiter, die auf einer anderen Stufe beginnt. Im Zirkel ordnen sie sich nach Helligkeit: Ein Schritt im Uhrzeigersinn erhöht einen Ton und macht den Klang heller. Für den gewählten Grundton C:

ModusVorzeichenwietypischer Ton

So findest du die Vorzeichen jedes Modus: Nimm die Vorzeichen der Dur-Tonart auf demselben Grundton und gehe für Mixolydisch einen, für Dorisch zwei Schritte gegen den Uhrzeigersinn usw. Dorisch passt zu m7-Akkorden, Mixolydisch zu 7-Akkorden, Lydisch zu maj7♯11. Siehe Spannungen.

Auf der Gitarre

Die Saiten E, A, D, G liegen im Zirkel jeweils einen Schritt gegen den Uhrzeigersinn auseinander, denn sie sind in Quarten gestimmt. Nur von G nach H bricht das Muster (große Terz, vier Schritte); von H nach e ist es wieder eine Quarte.

Die gitarrenfreundlichen Tonarten E, A, D, G und C liegen nebeneinander auf der rechten Seite, weil die Leersaiten zu ihren Tonleitern gehören. Der Kapodaster verschiebt um Halbtöne: Zwei Bünde sind ein Ganzton und damit zwei Schritte im Uhrzeigersinn. Griffe in G mit Kapo 2 klingen in A.

Zum Nachschlagen

Alle 15 Vorzeichnungen

Tippe auf eine Zeile, um die Tonart im Zirkel zu öffnen.

VorzeichenDurMollTöne mit Vorzeichen