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Walking Bass

Eine Walking-Bass-Linie ist kein Zufall: Sie folgt der Akkordfolge Schlag für Schlag, nach wenigen festen Regeln. Hier entsteht sie in fünf Schritten, vom bloßen Grundton bis zur laufenden Linie mit chromatischer Annäherung. Wähle eine Folge oder tippe eine eigene ein, hör sie dir an und spiel sie nach.

120
Schritt
Zählzeit 4
Mixer

Die Linie

Grundton (Ziel auf der 1) Akkordton Tonleiterton chromatisch Quinte des nächsten Grundtons

Als Noten

Bassschlüssel, notiert wie für E-Bass üblich eine Oktave über dem Klang. Auf der Gitarre klingt die Linie genau so hoch wie notiert. Tabs und Noten gelten für beide Instrumente.

Die vier Zählzeiten

Eine Walking-Bass-Linie läuft in gleichmäßigen Vierteln. Jeder Schlag hat eine Aufgabe:

  1. Zählzeit 1: der Grundton. Er sagt den Mitspielern, welcher Akkord gerade gilt. Bei Slash-Akkorden wie C/E ist es der Basston hinter dem Schrägstrich.
  2. Zählzeit 2: verbinden. Ein Akkordton, ein Tonleiterton oder ein chromatischer Durchgang, je nachdem, wohin die Linie will.
  3. Zählzeit 3: ein Akkordton. Die zweite betonte Zählzeit bestätigt den Akkord, am besten mit Terz, Quinte oder Septime.
  4. Zählzeit 4: zum nächsten Grundton führen. Dieser Ton gehört oft gar nicht zum aktuellen Akkord, sondern zielt schon auf den nächsten.

Wechselt der Akkord nach zwei Schlägen, bleibt nur Platz für Grundton und Annäherung. Liegt ein Akkord länger, führt die Linie trotzdem in jedem Takt auf seinen Grundton zurück, gern in einer anderen Oktave.

Arten der Annäherung

Zählzeit 4Beispiel vor CWirkung
chromatisch ↗H → CHalbton von unten, wie ein Leitton. Der stärkste Zug.
chromatisch ↘Des → CHalbton von oben. Klingt dunkler, typisch vor Dur-Akkorden im Quintfall.
diatonischD → CEin Tonleiterton daneben. Weich, ohne fremde Töne.
QuinteG → CDie Quinte des Ziels, ein Sprung im Quintfall. Kräftig wie eine kleine Kadenz.

„Gemischt“ wählt pro Takt die Annäherung, die am besten zur Linie passt.

Welche Tonleiter zu welchem Akkord

AkkordTonleiter für die Zählzeiten 2 und 3
maj7, 6ionisch (Dur)
m7, m6dorisch
7, 9, 13mixolydisch
7♭9HM5 (5. Stufe harmonisch Moll), typisch vor Moll
7altalteriert
m7♭5 (ø)lokrisch
°7Ganzton-Halbton
m(maj7)melodisch Moll

Woher die Akkorde ihre Farben haben, steht unter Akkordfarben; bekannte Folgen zum Üben gibt es unter Akkordfolgen.

Auf der Gitarre

  • Die vier tiefen Saiten der Gitarre (E A D G) sind gestimmt wie ein E-Bass, nur eine Oktave höher. Die Tabs hier gelten deshalb für beide.
  • Mit dem Daumen anschlagen, jeden Ton seine volle Länge klingen lassen und erst beim nächsten abdämpfen. Gleichmäßigkeit ist wichtiger als jede Tonwahl.
  • Zuerst Schritt 1 und 2 mitspielen, bis die Akkordwechsel sitzen. Dann Schritt für Schritt Töne dazunehmen.
  • Zum Mitspielen im Mixer den Bass leiser drehen oder per Klick auf „Bass“ stummschalten: Klavier und Schlagzeug laufen weiter, die Noten werden trotzdem mitgezeigt. Das Metronom (Zählzeit 1 höher) hilft, wenn das Tempo noch schwankt. Schaltest du dagegen das Klavier ab: Dann trägt deine Linie die Harmonie allein, so hört man, ob sie die Akkorde wirklich erklärt.